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Archäologische Grabungen


Die Untersuchungen, die seit den ersten wissenschaftlich fundierten Grabungen im Jahre 1985 mit Genehmigung des Thüringischen Landesamtes für Archäologische Denkmalpflege stattfinden, brachten erstaunliche und interessante Ergebnisse zutage. Es konnten der Aufbau der Burg nachvollzogen sowie das Wall-Graben-System, verschiedene technische Einrichtungen und Gebäudeteile freigelegt werden.

Die Burganlage befindet sich auf einem Bergsporn, dem ein schmaler Grat, der zur anschließenden Hochfläche führt, vorgelagert ist. Die Burgfläche selbst hat die Ausmaße von ca. 110 x 70 m. Das gesamte Wall-Graben-System nimmt eine Fläche von ca. 1,1 ha ein. Die Burg ist in Hauptburg und Vorburg gegliedert, wobei ein Abschnittsgraben diese voneinander trennt.

Im Verlauf der Grabungsarbeiten konnte durch das Anlegen von mehreren Wall-Graben-Schnitten die Belagerung der Burg und die folgende Schleifung nachgewiesen werden. Dabei bestätigte sich auch die in der Sage erwähnte Zerstörung mit Hilfe einer Steinschleuder (Blide). Allerdings konnte kein Brunnen, sondern ein Zisternensystem freigelegt werden, indem aber das erwähnte goldene Kegelspiel nicht aufgefunden wurde.

Durch eine großangelegte Vermessungsaktion im Jahre 2000 und deren Auswertung im Rahmen einer Diplomarbeit, wurde die erhaltene Burgachitektur und der gesamte Burgberg eingemessen. Für die Vermessung wurde ein Tachymeter der Firma Leica mit Speicherkarte verwendet. Erst mit dieser Technik konnte das lang gehegte Ziel der Ausgräber verwirklicht werden. Der Burgberg wurde mit ca. 8800 Punkten, die Burgarchitektur mit weiteren ca. 1100 Punkten dreidimensional aufgenommen. Mit diesen Datensätzen konnten die unterschiedlichsten zwei- als auch dreidimensionalen Pläne erarbeitet und die Burg somit in ihrer räumlichen Umgebung dargestellt werden.

An historisch verwertbarem Quellenmaterial zur Burg existiert nur eine Erwähnung, und zwar im Naumburger Schatzungsverzeichnis von 1320. Hier wird die Burg als castrum honwalde zusammen mit der Walsburg (waldisberg) und der Wernburg (werrinberg) erwähnt. Die Besatzungen werden dabei als „raptores“ = Räuber bezeichnet, welche die gesamte Gegend durch „unablässigen Raub“ verheeren. Die günstig gelegene Burg im Bereich von Saalefurten und die Nähe von zwei Handelsstraßen waren sicher von Vorteil bei der Ausübung von Raubzügen. Das Ende der Burg durch eine Belagerung und den Beschuss mit einer Blide sowie die nachfolgende Schleifung hat sich wahrscheinlich zwischen 1325 und 1330 vollzogen.

Neben den Grabungen sind regelmäßige Bestandssicherungsmaßnahmen an den Mauern nötig. Aber auch Pflegearbeiten im Burggelände und im Wall-Graben-Bereich müssen durchgeführt werden. Dafür wurden bisher von verschiedenen Stellen Gelder zur Verfügung gestellt, so ein Hauptteil z. B. vom Thüringischen Landesamt für Archäologische Denkmalpflege. Auch über AB-Maßnahmen konnte bisher ein großer Teil der nötigen Arbeiten abgedeckt werden.

Der Burgverein Weisbach e. V. hat sich die Organisation und Durchführung von Arbeiten, aber auch Maßnahmen zur Präsentation der Burg zur Aufgabe gestellt.






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